Mein Klavierweg

E-Piano reinigen und pflegen: Tipps gegen Staub und Katzenhaare auf der Tastatur

E-Piano reinigen und pflegen – Katzenhaare und Staub vorsichtig von der Klaviatur entfernen

Sieben graue Katzenhaare zähle ich zwischen cis und g, bevor ich überhaupt die erste Taste anschlage – genau dort, wo meine rechte Hand am häufigsten landet. Mein E-Piano wartet auf die immer gleiche kleine Zeremonie: erst schauen, dann seufzen, dann zum Pinsel greifen. Katzenhaare und Staub gehören inzwischen so selbstverständlich zu meinem Alltag wie die Tasten selbst, und die Frage, wie man ein E-Piano reinigt und pflegt, ohne der Technik zu schaden, taucht in fast jeder Mail auf, die mir Leser schreiben.

Albert Fenneberg zum Beispiel hat mir nach meinem allerersten Tagebucheintrag geschrieben. Er übt jeden Morgen vor der Arbeit, noch bevor der Kaffee durch ist, und wollte wissen, wie ich verhindere, dass sich Staub und Tierhaare zwischen die Tasten setzen, während das Klavier tagsüber stumm in der Ecke steht. Andere Leser fragen nach dem richtigen Tuch, nach Katzenhaaren in den Ritzen, nach der Sorge, mit einem falschen Handgriff die Technik zu beschädigen. Also sammle ich hier, was ich sonst einzeln in E-Mails beantworte.

Wie oft muss ein E-Piano wirklich gereinigt werden?

Seltener, als ich anfangs dachte. In den ersten Monaten mit dem Instrument habe ich fast jeden Abend gewischt, aus einer Mischung aus Neugier und leichter Übervorsicht. Das Ergebnis war nicht mehr Sauberkeit, sondern mehr Reibung – und Reibung zieht auf einem Digitalpiano Staub und Fell geradezu an, statt sie fernzuhalten.

Heute konzentriere ich mich auf die Spielzone, also die mittleren zwei, drei Oktaven, die meine Finger tatsächlich berühren. Die äußeren Tasten dürfen ruhig ein bisschen Staub tragen. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Entscheidung, die sich für mich bewährt hat.

Nahaufnahme: mit einem weichen Pinsel Staub und Katzenhaare zwischen den Tasten der E-Piano-Tastatur entfernen

Katzenhaare in den Tastenritzen: was wirklich hilft

Ein Staubwedel oder ein normales Tuch bringt hier fast nichts. Beides schiebt die Haare eher tiefer in die Ritzen, statt sie herauszuholen – das habe ich früh gelernt, als ich es mit dem erstbesten Lappen aus der Küche versucht habe und danach mehr Fusseln zwischen den Tasten steckten als vorher.

Besser funktioniert ein weicher, schmaler Pinsel. Ich führe ihn seitlich zwischen die Tasten, nie von oben nach unten drückend, sondern eher streifend, fast wie beim Abstauben von Buchrücken im Regal – nicht drüber, sondern seitlich entlang. Dabei gibt es diesen einen Moment, den ich fast mag: ein feines Klicken, wenn die Borsten kurz über die Tastenkanten schrammen, in der Stille des Zimmers fast schon laut. Meine Nachbarin Gisela von oben hat mir neulich auf dem Treppenabsatz wieder versichert, dass man durch die Decke ohnehin kaum etwas hört – nicht mal das.

Feuchtes Tuch oder trockener Pinsel?

Beides, aber selten gleichzeitig. Für den täglichen Staub reicht der trockene Pinsel völlig. Nur wenn sich Hautfett oder klebrige Rückstände auf den Tasten festgesetzt haben, greife ich zu einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch – wirklich nur angefeuchtet, nicht nass. Wasser und Elektronik vertragen sich grundsätzlich schlecht, und dieses Risiko gehe ich lieber nicht ein.

Meine Finger verlassen sich inzwischen stark auf solche Details. Beim Muskelgedächtnis, das sich beim Üben wieder aufbaut, spielt offenbar auch die Haptik der Tasten eine Rolle – eine leicht klebrige Stelle irritiert mich inzwischen fast genauso wie ein falscher Fingersatz.

Warum ich inzwischen seltener wische als früher

Weil ich gemerkt habe, dass Verbissenheit beim Putzen genau die gleichen Probleme macht wie Verbissenheit beim Üben. Während ich an Trillern und Verzierungen gearbeitet habe, ist mir aufgefallen, dass zu festes, zu häufiges Reiben über die Tasten genau die Statik erzeugt, die Fell und Staub erst richtig anzieht. Ein lockeres Handgelenk beim Spielen, ein lockerer Umgang mit ein paar Staubkörnern beim Putzen – beides führt am Ende zu weniger Frust.

Vor dem digitalen Piano hatte ich es mit einem Selbstlernbuch samt CD versucht, das ich nur bis zur Hälfte durchgearbeitet habe, bevor es irgendwo zwischen den Kochbüchern verschwand. Vielleicht war es genau diese Erfahrung, die mich gelehrt hat, dass zu viel Ehrgeiz – ob beim Lernen oder beim Putzen – selten das bringt, was man sich davon verspricht.

Welche Mittel unter der Klaviatur nichts verloren haben

Glasreiniger, Möbelpolitur, Alkohol in höherer Konzentration oder gar ein Staubsaugeraufsatz direkt auf den Tasten – das alles hat auf meinem Instrument nichts zu suchen. Sprühflaschen sind ebenfalls tabu, weil sich nie ganz kontrollieren lässt, wohin die Flüssigkeit tatsächlich läuft.

Für hartnäckige Stellen, etwa wenn ich mit eingecremten Händen geübt habe, was mir peinlich oft passiert, reicht ein Tropfen mildes Spülmittel im Wasser völlig aus. Mehr braucht die Technik nicht, und mehr würde ich ihr auch nicht zumuten wollen.

Meine Putzroutine am Klavier

Das Klavier steht zwischen Bücherregal und Fensterrahmen, an der Wand, die im Winter als erstes kalt wird. Links am Notenständer hängt der Kopfhörer, den ich mir immer wieder vornehme und dann doch selten aufsetze. Auf der Fensterbank stapeln sich vergilbte Notenhefte aus den Neunzigern, die ich nicht wegräumen kann, obwohl ich sie kaum noch aufschlage.

Auf der Klavierbank liegt die plattgedrückte Wolldecke, die offiziell mir gehört und inoffiziell der Katze. Bevor ich mich setze, hebe ich sie kurz an, schüttele sie aus, und erst dann kommt der Pinsel zum Einsatz. Es ist kein großes Ritual, eher eine kleine Gewohnheit, die sich irgendwann von selbst eingeschlichen hat.

Wer wie Albert fragt, wie oft das Ganze sein muss: einmal wöchentlich reicht für die Spielzone völlig aus, der Rest darf ruhig ein bisschen Staub tragen. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Richtung, in die man wischt – seitlich, nie nach unten, nie mit Druck. Das merke ich mir inzwischen leichter als so manchen Fingersatz.

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