Mein Klavierweg

Blues Klavier lernen für Anfänger mit den digitalen Kursen von KEYBOARD X

Blues Klavier lernen für Anfänger mit den digitalen Kursen von KEYBOARD X – Notenheft und Digitalpiano beim Klavier-Wiedereinstieg in Leipzig

Sauber korrigierte Manuskriptseiten und ein schiefer Blues-Akkord haben wenig gemeinsam – außer, dass beide nur funktionieren, wenn niemand sie zu Tode glättet. Tagsüber jage ich im Lektorat lose Kommas und krumme Sätze, akkurat bis ins letzte Satzzeichen. Abends, seit ich mit Blues Klavier lernen für Anfänger bei KEYBOARD X angefangen habe, will ich genau das Gegenteil üben: Töne, die ein bisschen daneben liegen und trotzdem stimmen.

Kurzer Zwischenruf, bevor es weitergeht: In diesem Text stecken Affiliate-Links zu Kursanbietern. Wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich schreibe grundsätzlich nur über Kurse, die an meinen eigenen 88 Tasten getestet wurden.

Wer neu hier ist: Ich bin Lektorin, keine Pianistin, und dieses Blog ist mein sonntägliches Leipzig-Tagebuch über meinen Klavier-Wiedereinstieg nach Jahrzehnten Pause. Kein Konservatorium, kein Vorspiel – nur ein altes Notenheft von 1994 und die Frage, ob die Finger sich noch an irgendwas erinnern.

Warum ausgerechnet Blues?

In meinem alten Heft kleben noch die bunten Sterne, die ich für saubere Tonleitern bekommen habe. Heute brauche ich keine Sterne mehr, ich brauche ein Gefühl. Klassische Etüden fühlen sich manchmal an wie das Korrigieren eines sehr trockenen Sachbuchmanuskripts – notwendig, aber emotional eine Nullnummer. Der 12-Bar-Blues dagegen lässt Raum zum Atmen, und genau diese Unvollkommenheit reizt mich gerade mehr als jede makellose Tonleiter.

Mein Ziel war nie, irgendwo aufzutreten. Ich wollte einfach dieses typische Blues-Gefühl in die Finger bekommen, ohne mich vorher jahrelang durch Harmonielehre zu quälen.

Altes Notenheft von 1994 auf dem Digitalpiano – Blues Klavier lernen für Anfänger beim Wiedereinstieg

Was vor KEYBOARD X nicht funktioniert hat

Vorher hatte ich es mit einem YouTube-Kanal für erwachsene Anfänger versucht. Nach drei Videos war Schluss – die Stimme des Lehrers ging mir so auf die Nerven, dass ich lieber ganz aufgehört habe als weiterzuschauen. Kein roter Faden, nur ein Video nach dem nächsten, ohne dass ich wusste, wo ich eigentlich stehe.

Über den eigentlichen Tipp bin ich gestolpert, weil Rosemarie aus einem Wiedereinsteiger-Forum mir mal wieder einen Link geschickt hat. Sie ist technisch schon deutlich weiter als ich und schickt großzügig alles weiter, was sie selbst für gut befindet – so bin ich schließlich bei einem Online-Klavierkurs namens KEYBOARD X gelandet, der einen strukturierten 52-Wochen-Plan anbietet.

Bevor es überhaupt ums Klingen ging, ging es um die I., IV. und V. Stufe – das kleinste vollständige harmonische Gerüst, das man als Wiedereinsteigerin gleichzeitig in der Hand und im Kopf behalten kann, wie ich an anderer Stelle ausführlicher beschrieben habe: Klavier Akkorde lernen für Wiedereinsteiger: So verstehe ich die Harmonielehre.

Bei mir steht das Digitalpiano in der Wohnzimmerecke, eingezwängt zwischen Bücherregal und Fenster. Die Kopfhörer hängen seitlich am Notenständer, und auf der Bank liegt eine plattgesessene Wolldecke, die eigentlich immer der Katze gehört. Die Tasten fühlen sich nach Feierabend fast immer kühl an, so als müssten sie sich erst an meine Hände gewöhnen, bevor der Ton warm klingt.

Die ersten Lektionen drehten sich fast ausschließlich um die linke Hand – der Walking-Bass in C-Dur, die allererste Übung im Kurs. Man denkt, das sei simpel, aber nach einer halben Stunde merkte ich, wie ungewohnt schwer allein das Halten eines gleichmäßigen Grundpulses war.

Der Shuffle, der sich lange gewehrt hat

Der Shuffle-Rhythmus wollte lange nicht in meine Finger. Dieses lang-kurz, lang-kurz, das den Blues erst schleppend und dann tanzend macht, klang bei mir tagelang eher nach einem steifen Marschtritt als nach New Orleans. Sobald ich das Tempo auch nur minimal erhöhte, fiel der Rhythmus in sich zusammen wie ein misslungenes Soufflé.

Geholfen hat am Ende, das Metronom drastisch runterzuschrauben – viel langsamer, als mir lieb war, aber der einzige Weg, der bei mir überhaupt etwas gebracht hat. Wie sehr Langsamüben eigentlich hinter fast jedem Fortschritt am Klavier steckt, habe ich später ausführlicher aufgeschrieben: Klavier üben mit Metronom: Rhythmusgefühl verbessern.

Woche acht: die ersten vier Takte

In Woche acht saß ich abends am Klavier und spielte die ersten vier Takte zweimal hintereinander glatt durch – beide Hände zusammen, ohne einmal steckenzubleiben. Es war kein großer Moment, eher ein kleines, stilles Aha, das ich fast verpasst hätte, weil die Katze genau in dem Moment auf die Bank sprang.

Was man Fingerfertigkeit nennt, kommt offenbar nicht über Nacht zurück, sondern genau in solchen kleinen Wiederholungen, Woche für Woche.

Die linke Hand erinnerte sich schneller als gedacht, ungefähr so, wie man die eigene alte Handschrift aus der Schulzeit wiedererkennt, obwohl man seit Jahren nur noch tippt. Beide Hände wirklich unabhängig voneinander zu bewegen ist trotzdem noch eine andere Geschichte – aber ein erstes Stück davon war da.

Meine alte Schulfreundin Irene meint bis heute, ein Digitalpiano klinge „wie ein sehr gut gelaunter Taschenrechner" – pragmatisch, wie sie ist, hat sie damit nicht ganz unrecht. Für meinen Wiedereinstieg reicht es mir trotzdem völlig.

Erst spielen, dann verstehen

Hier kommt etwas, das ich früher nie geglaubt hätte: Für den Blues-Wiedereinstieg lohnt es sich, sofort mit der Improvisation zu beginnen, statt erst starre Etüden abzuarbeiten. In der klassischen Ausbildung lernt man meist erst die Technik, dann den Ausdruck. Beim Blues ist es fast umgekehrt – zu viel Technikfokus kann das Gefühl sogar ausbremsen.

Wenn du zu sehr darauf achtest, jede Note exakt zu treffen, verlierst du den Drive. Ich habe angefangen, einfach drei Töne der Blues-Skala zu nehmen und rhythmisch zu variieren, und das war überraschend befreiend. Wer das ausprobieren möchte, findet hier ein paar erste Schritte: Klavier improvisieren lernen: Einfache Übungen ohne Noten.

Die sogenannten Blue Notes, diese leicht schief klingenden Töne, sind das eigentliche Salz in der Suppe. Sobald man akzeptiert, dass eine kleine Unsauberkeit genau das ist, was den Sound ausmacht, verliert man die Angst vor Fehlern. Für mich als Lektorin ist das fast die wichtigste Lektion überhaupt: Manchmal ist der Fehler das, was eine Geschichte erst interessant macht.

Wohin es von hier aus geht

Nach ein paar Monaten mit dem Blues-Programm wurde ich hungrig auf mehr Tiefe. Der nächste Schritt hieß für mich RS-Piano-Akademie – strukturierter, akademischer, mit höherem Anspruch, ohne dass mir dabei der Spaß am Blues verloren ging. KEYBOARD X bleibt für mich trotzdem der Türöffner, über den ich wieder in einen Rhythmus gefunden habe.

Wer nur ganz vorsichtig reinschnuppern möchte, ohne sich gleich festzulegen, findet mit meineMusikschule Klavier vermutlich den sanfteren Einstieg. Für mich persönlich war der Umweg über den Blues trotzdem genau richtig.

Kopfhörer sind bei mir Pflicht, schon wegen der Nachbarwohnung nebenan und meines schlechten Gewissens beim x-ten Wiederholen derselben vier Takte – meine Tipps dazu, wie man das in einer Leipziger Mietwohnung löst, stehen hier: hier meine Tipps dazu.

Wenn du selbst überlegst, nach Jahren wieder anzufangen, und Angst hast, dass die Finger nichts mehr taugen: Fang nicht mit Perfektion an, sondern mit drei Tönen einer Blues-Skala, die du einfach nur rhythmisch verschiebst. Das ist der Trick, der bei mir funktioniert hat – und er lässt sich auf so ziemlich jedes Stück übertragen, an das man sich sonst nicht herantrauen würde.

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